Die langsamste Band der Schweiz arbeitet schnell. Seit dem wunderschönen Album «Me» sind gerade mal zwei Jahre vergangen, und schon – den vielen Nebenprojekten der Mitglieder zum Trotz – präsentieren Shilf den Nachfolger «Out for Food». Entstanden sind zwölf Songs von entrückter Schönheit, wobei ein markanter, ruhender Bass, etwas Besenschlagzeug, ein paar einsame Banjos und diverse zerdehnte Gitarren den Gesang von Nadia Leonti unterfüttern. Es dominieren grosse Gefühle und grosse Themen (Liebe, Leben, Leidenschaft), nie aber verfällt das Basler Sextett dem Kitsch oder in prätentiöses Gejammer. Stattdessen entwickeln Shilf die musikalischen Ideen von Bands wie Wilco oder Calexico souverän weiter und versehen diese mit eigenem Gepräge. Produziert hat erneut Chris Eckman (The Walkabouts), unter dessen Aufsicht ein Werk von geradezu unschweizerischer Raffinesse entstanden ist – grüblerisch, atemberaubend und erhaben pulsierend.
Philippe Amrein, Tagesanzeiger 16. Juni 2004





Keine unnötigen Bluffereien

«Out For Food», das neue Album von Shilf, setzt einen neuen Standard und wird ganz sicher zu den Besten des Jahres gehören.

So raffiniert und berührend kommt Schweizer Musik selten daher. «Out For Food» (Ulftone Music) beginnt mit einer schon fast loop-mässig gespielten Banjo-Figur ruhig, fast zurückhaltend, aber knisternde Spannung aufbauend. Eine Spannung, die nicht nachlässt und immer wieder für überraschende Wendungen und angenehme Abwechslung sorgt. «Day» und «Not Kind» sind mit ihrer Luftigkeit schon fast reiner Pop, «Rimbaud» wird zwar kaum eine Chance für die Berücksichtigung auf den nächsten Kuschelrock-Sampler haben, ist aber dafür keine geschleckte, auf den weltweiten Durchschnittsgeschmack ausgerichtete Hochglanzproduktion, sondern ein wahrlich ergreifendes Duett von Hauptsängerin Nadia Leonti und Lucas Mösch, dem vermehrt singenden Songschreiber von Shilf.
Mit «Thank You» und «That's A Start», den beiden härtesten Songs, zeigt das Basler Sextett aber auch, dass es weiss, wie Rock buchstabiert - und natürlich auch gespielt - wird. Lieber wenig Töne, dafür am bestens passenden Ort, keine unnötigen Bluffereien auf den Instrumenten, alles wird dem Song, seiner Stimmung und Wirkung untergeordnet.
Das war schon immer ein Markenzeichen der Band, wird im Vergleich zum Vorgänger-Album «Me» auf «Out For Food» aber noch raffinierter und auch abwechslungsreicher umgesetzt. Die Musik, sei das nun Americana, Rock, Folk, Country oder Pop (oder irgendeine Mischung davon), lässt Raum zum Atmen und strahlt eine wohltuende Wärme aus, ist schlicht wunderschön. Ein Meisterwerk.
Christoph Alispach, Musikredaktor drs3, Radio Magazin 28/29 2004




Die ehemals langsamste Band der Schweiz hat die Musik jenseits der 10-bpm-Grenze entdeckt. Waren die Songs auf ihrer letzten Scheibe «Me» noch gezeichnet von einer beinahe sphärischen Ruhe (Lästermäuler nennen's auch zähflüssig), so schaltet das Sextett aus Basel nun einen Gang höher mit ihrem Indiefolk. Dadurch wird die Musik zwar «hörbarer», leider aber auch berechnender. Dies ist nun jedoch auch schon der einzige Wermutstropfen im ansonsten herausragenden Songwriting. Wunderbar zieht sich der Americanasound durch das Album. Banjos und eine akkordbetonte Slide verstärken den Gitarrensound. Man lässt sich darauf ein, man lässt sich treiben und just in diesem Moment mahnt Nadia Leontis Stimme: «You should not believe me, when I'm sad». Nur noch eine Minute, es gerade so schön.
hys, Rockstar, Bewertung: 9 von 10 Sternen




Die Basler Gruppe Shilf stiess bereits mit ihrem letzten Album auch im Ausland auf Interesse, besonders die deutsche Fachpresse lobte die Alternative-Americana des Sextetts über den grünen Klee. Nun hakt die Gruppe mit „Out For Food“ nach, das dem Vorgänger in nichts nachsteht, ohne einfach eine blosse Neuauflage dessen zu sein. Denn „Out For Food“ klingt aufgekratzter als „Me“, und durch den verstärkten Einsatz dröhnender E-Gitarren stellt sich bei allem Wohlklang eine psychedelische Bedrohlichkeit ein. Dass das neue Album von einem Amerikaner (Chris Eckman von den Walkabouts) produziert, in Basel eingespielt und im slowenischen Ljubljana abgemischt wurde, passt gut zu Shilfs Brückenschlag zwischen der Neuen und Alten Welt. Das Album ist von europäischer Verhaltenheit geprägt. Die Dringlichkeit in den schönen Stimmen von Nadia Leonti und Lucas Mösch verleiht ihrer Musik hingegen eine schwermütige Spannung, die an die frühen R.E.M. erinnert.
Nick Joyce, Swissdisc.ch, 24. August 2004




Feiner Pop

Wie schon das Vorgängeralbum "Me" (2002) ist auch die neue Scheibe der Basler Band in Koproduktion mit Chris Eckman (The Walkabouts) entstanden.
Die Kompositionen von Lucas Mösch, die vom Sextett interpretiert werden (Gesang; Nadia Leonti, auch Popmonster), sind feine, gitarrenlastige, von Sehnsucht erfüllte Lieder im Americana-Geiste. Obwohl sie die Vergleiche nicht gern haben: Lambchop und Wilco dürfen als Referenzen gelten bei dieser fein austarierten musikalischen Mixtur aus Folk, Pop und Country. Shilf selber sehen sich selber am liebsten einfach als welche, die Pop machen.
hau, takeoff.zisch.ch, 6. August 2004




Wie Wolken

Shilf bestehen in der heutigen Form seit 1999. Die Combo galt einst als «langsamste Band der Schweiz», und auch auf dem neuen «Out For Food» tun die Basler nicht viel gegen diesen Ruf, der keineswegs negativ zu verstehen ist: Die Musik von Shilf, eine Art Indie-Americana-Folk-Rock mit leicht schrulligem Einschlag, scheint zufrieden in sich selbst zu ruhen. Sängerin Nadia Leonti klingt angenehm unaufgeregt und verströmt dennoch wohlig-melancholische Sehnsucht – der (vielleicht etwas hoch gegriffene) Vergleich mit Lucinda Williams drängt sich auf. Shilf sind zu loben dafür, dass sie die wunderbar verlorenen und doch heimeligen Stimmungen ihrer schönen Songs nicht durch überambitionierte Arrangements zerstören. Da erklingen etwa in «Mahagony Box» nach und nach eine Maultrommel, ein Banjo, langgezogenes Gitarrenklagen (oder sind das doch Streicher?), aber alles gibt sich bescheiden, ist einfach da wie die Wolken am Himmel.
tg, Bieler Tagblatt, August 2004




Schilf mit Schliff

Waren die Songs auf «Me» noch Zeitlupe pur, kommen die neuen Tracks auf «Out For Food» eher im schnittigen Gewand daher. Es sind aber immer noch die wunderbaren Melodien, angereichert mit diversen Instrumenten wie Melodica, Banjo, Saxophon etc., die Shilf so wunderbar und einzigartig in der hiesigen Musiklandschaft machen. Ein wunderbares Album von wunderbaren Musikern. Kaufen oder sterben!
Blumento Horse, cede.ch, 27. Mai 2004 / ausgezeichnet




basel vs americana

2004er Album der schweizerischen Variante des melancholisch leuchtenden Americana-/Country-Pop, von Chris Eckman in Ljubljana abgemischt und produziert. Schon mit dem Vorgänger Me fiel die Band um die Sängerin Nadja Leonti durch ihren sowohl kenntnisreichen wie freien Umgang mit den Americana- und Folk-Elementen auf, auf Out For Food zeigen sie sich noch selbstständiger, freier, gar optimistischer. Die Instrumental-Zutaten vom knarzigen Banjo über die sanfte Steel-Guitar bis zur trockenen E-Gitarre sind erhalten geblieben, hinzu kommen aber auffällige Stimmungs-, Lautstärke-, Energie- und auch Geschwindigkeitsanhebungen, wird immer häufiger auch deutlich gerockt, mal sonnenhell-bestrahlt, mal wüstwärts hitzig. Auch in den ruhigen Momente, den warmherzigen Balladen, umschmeichelt die Hoffnung das Herz des Hörers. Weich und warm, immer noch einen Schritt weit entrückt, fasziniert die Stimme Nadjas auf ein Neues, aber man vermeint sie öfter lächeln zu hören.
r.mano, cede.ch, 01. Juni 2004 / ausgezeichnet




Auf Futtersuche am Rheinknie

Banjos aus Basel? Tatsächlich: Shilf, über die Jahre vom Trio zum Sextett angewachsen, eröffnen ihr drittes Album «Out for Food» mit traumhafter Americana-Wehmut. Steel- und Slideguitar verbreiten später zusätzliches Countrypop-Feeling. Die sich augenzwinkernd als langsamste Band der Schweiz anpreisenden Basler haben jedoch inzwischen einige Stundenkilometer zugelegt: Aus filigransten Soundfäden weben sie kraftvolle Seelenwärmer, balancieren zwischenzeitliches Seufzen mit souveräner Flockigkeit aus und offenbaren dabei ein Songwriting, das permanente Überraschungen einschliesst. Chapeau! Oder anders gesagt: «Out for Food» ist schon jetzt eines der besten Schweizer Alben des Jahres.
Shilf: Out for Food. Phonag/Ulftone.
(zas), Aargauer Zeitung / MLZ, 2. Juli 2004




Ein kreativer Multipol

Kuppel / Das Basler Sextett «Shilf» bot sein hervorragendes neues Album unaufgeregt nüchtern und beseelt an.

Zunächst eine Handvoll ältere Songs vom Album «Me» (2002). Zum Warm-Werden, wie Sängerin Nadia Leonti nach der dritten Nummer in einer Begrüssung mitgibt. Zu stark klebte man vor zwei Jahren noch fest an den zäh vorwärtskriechenden Schleichern, die die Originalbesetzung mit Sandro Chiesa (Gitarre, Gesang), Philip Gallati (Bass) und Martin Graf (Drums) in einer frühen Postrockstufe entwickelt hatten.
Graf und Gallati hatten mit Nadia Leonti, Lucas Mösch (Gitarren, Gesang), Sämi «Handsome Hank» Schneider (Gitarren) und Daniel Herzig (Gitarren, Keyboards) «Shilf» neu gegründet, dabei aber die Ausrichtung wesentlich stärker auf Folk-Americana gelegt.
Bereits «Me» profitierte vom Retro-Trend; die Besetzung des Basler Sextetts blieb konstant. Auf dem brandneuen, in Deutschland erschienenen Album «Out for Food» (Schweizer Vertrieb: Phonag) präsentiert man sich mit hervorragenden Songs. Der Reifegrad der Band ist fast beängstigend.

Beseeltes Handwerk, frei von Posen
Sehr geschickt, dass man im ersten Set die älteren Sachen vorausschickt. Heute geht das die Band ungleich gelöster an. Als Herzig in Grafs Anzählen das Plektrum fallen lässt, lacht Graf nur, fängt von vorne an. Und wie man sich gegenseitig mehr Räume lässt, entnimmt man hier bereits den Schlusstönen, die in nüchterner Unaufgeregtheit verhallen dürfen.
Out for Food» das neue Titelstück eröffnet das zweite Set. Im Intro gewinnt Sämi Schneider seinem Banjo eine Art Loop ab, Herzig legt oben per Effektgerät einen Gitarren-Belag dazu, was sich nicht zufällig wie eine Violine anhört: So wird diese Musik «von gestern» von überraschend heutigen Spielweisen aus entwickelt. Nadia Leontis Gesang ist von einer subtilen Beiläufigkeit; selbstbewusst, nie selbstverliebt, songdienlich eben.
Geradezu magisch gelingen die neuen Stücke «Rimbaud», «Constant Blue» und «Mahogany Box». In Letzterem nehmen Schneider mit dem Banjo und Mösch mit der Akustischen einfach auf der nächstgelegenen Bühnenkante Platz. Nichts von Stuhl, von steifer Gediegenheit; beseeltes Handwerk, frei von Posen.
Schöne wie man die dritt- und zweitletzte Nummer wieder vom Album «Me» nimmt und damit den Bogen zum ersten Set zurückspannt: Im nahtlosen Übergang zu «Despair», der überragenden Nummer auf «Me», kommt Leonti ohne Verzug (die Band kennt keine Pausengeplänkel) vom Keyboard oben in der Mitte zurück und begleitet ihren Gesang nun auch auf der E-Gitarre. «Shilf» – ein kreativer Multipol mit hoffentlich viel Zukunft.

Urs Grether, Basellandschaftliche Zeitung, 25. Mai 2004




Erschütternde Harmonien

Eine Plattentaufe, die gar keine war: «Out for Food», das dritte Album von Shilf, sollte in der Kuppel begossen werden – Pech, dass die Kopien nicht eintrafen. Ihr Plattenlabel hatte Lieferprobleme. Shilf sind bekannt als «langsamste Band der Schweiz». Hat man erst einmal einen Superlativ am Hals, wird man den kaum mehr los. In der Shilf’schen Selbstwahrnehmung sind die Zeiten, in denen Langsamkeit per se als erstrebenswerte Qualität und bevorzugtes Stilmittel galt, längst vorbei. Leider wandeln Eigen- und Fremdwahrnehmung selten auf den selben Pfaden. Die Rede von «der langsamsten Band» konnte auch infolge ihres zweiten Albums «Me» nicht überwunden werden. Kein Wunder, schleppten sich die zerbrechlichen Songs auf «Me» beinahe im Zeitlupentempo durch die endlos scheinenden Minuten.
Diese Überwindung schafft das neue Album «Out for Food». Mit dem Abschied der Langsamkeit als Credo streifen die Songs von Shilf auch das Korsett der introvertierten Abgeschlossenheit ab. Nichts verdeutlichte diese Diskrepanz so deutlich wie die Plattentaufe von «Out for Food». Man merkte: War «Me» ein in sich geschlossenes Werk, so oszilliert «Out for Food» in mehrere Richtungen. Songs wie «Thank you» wagen sich in den Midtempo-Bereich vor, ein Banjo hüpft da und dort frech über die Gitarrenakkorde und bringt hellere Klänge rein.
Die auffälligste Entwicklung von «Me» zu den neuen Songs liegt aber im grosszügigeren Umgang mit Dynamikprozessen. Drohende Spannungsbögen richten sich auf, erklimmen Höhepunkte in mehrstimmigen Gesängen und erschütternden Harmonien, bevor sie wieder zusammenbrechen. Sanft eröffnet das Piano mit einigen reduzierten Akkorden den Song «Rimbaud», die Gesänge von Nadia Leonti und Lucas Mösch kommen abwechselnd hinzu. Hingerissen hängt man an Textfetzen wie «In Our Songs We Keep The Faith», während sich unauffällig der Song aufbaut, bis er am Schluss in einer mächtigen Gitarrenmelodie mündet, beinahe ertrinkend im umgebenden Akkordmeer.
Natürlich ist «Out for Food» immer noch von Americana und Slow Motion geprägt, natürlich kann man die Band immer noch in eine Reihe mit den Cowboy Junkies und Mojave 3 stellen. Der gepflegten Zurückhaltung haben Shilf aber weitere Elemente hinzugefügt. Grosse Melodien, emphatisches Songwriting. Mit «Out for Food» haben sie den Pop entdeckt.

Andreas Schneitter, Basler Zeitung, 25. Mai 2004




Zeitlupen-Americana: Kluges Spiel mit der Trägheit

Auf Wilcos Spuren: Shilfs Musik klingt nach US-amerikanischem Hinterland. Dabei kommen die stilsicheren Meister des Verschleppens vom Rheinknie.

Wenn man von einer Band behauptet, sie habe eine perfekte Sommerplatte gemacht, dann kommt das oft einer versteckten Beleidigung gleich. Heutzutage wird dieses lapidare Kompliment an die Erzeuger von Ibiza-Futter oder Prozac-Pop verteilt. Bei der Basler Band Shilf aber ist das anders: Ihr Zeitlupen-Folkrock ist auf keiner Tanzfläche zu hören und passt auch nicht ins Tagesprogramm der hiesigen Radiostationen.
Die Gruppe gilt als langsamste Band der Schweiz. Auf dem aktuellen Album «Me» kriechen die Songs geradezu aus der Heimanlage, als hätten die Lautsprechermembranen keine Lust, die Klangwellen passieren zu lassen, und in den schwebenden Gitarren und Keyboards hört man Anklänge an die kanadischen Cowboy Junkies und die mittlerweile verblichenen Wilco. Mit House oder Hitparade hat das nun wirklich nichts zu tun.
Shilfs Spiel mit der Schwerfälligkeit ist gefährdet, ins Lethargische umzukippen, könnte man meinen, aber davon bleibt das Sextett verschont, weil es seinen schwülen Sound mit einer seltenen Stilsicherheit inszeniert. Die dunkle Stimme von Nadia Leonti (sonst auch bei Popmonster tätig) simmert mit leiser Zurückhaltung, während die Rhythmusgruppe schleppend spielt und doch den Puls ihrer Musik nicht verebben lässt. «Me» wirkt nicht etwa träge, weil die Gruppe nicht besser spielen kann, sondern weil sie eine lange Entwicklung durchgemacht hat.

Ein Walkabout half mit
Bei der Veröffentlichung der ersten 45-Touren-Single im Jahre 1995 waren Shilf noch ein Lo-Fi-Trio mit Velvet-Underground-Untertönen. Seit diesen ersten Gehversuchen hat die Band ihre Besetzung immer weiter und dazu noch sinnvoll ausgebaut, und Lucas Mösch hat in Nadia Leonti eine einfühlsame Interpretin seiner Songs gefunden. Dank der Produktionsarbeit des Walkabouts-Chefs Chris Eckman hat Shilfs Wandlung von Lo-Fi-Rock zu Slo-Mo-Americana mit «Me» ihren Höhepunkt gefunden. Eine Sommerplatte der ganz anderen Art.

Nick Joyce, Zueritipp vom 14.8.03




Southern Comfort

Gute Menschen sterben leise. Und genau so musizieren sie auch. Langsam bis zum zitternden Stillstand, mitunter traurig und selbstversunken, stets jedoch aufrichtig und voller Würde. Shilf sind da keine Ausnahme. Das Basler Sextett um Songwriter und LapSteel-Gitarrist Lucas Mösch kommt mit seinem Zweitling «Me» dort an, wo sich gemeinhin Bands wie Lambchop, Misouri oder die frühen Palace Brothers aufzuhalten pflegen. 1997 veröffentlichte das damalige Trio das Album «Star», von dem namhafte Experten wir Roland Strobel («Die Vierspurshow») noch heute schwärmen, nun folgt die Fortsetzung, für die man den grossen Chris Eckman (The Walkabouts) als Produzent gewinnen konnte.
Gezupfte und gewengelte Gitarren, reduzierte Beats, seufzende Orgeln und Bob-Dylan-Mundharmonika reichen der Band, der u.a. auch Nadia Leonti (Popmonster) und Sämi «Congaking» Schneider (ex-Schmalhans) angehören, um sich als ehrliche Neffen von Uncle Tubelo zu positionieren. Man lässt sich Zeit, wischt mit unaufgeregter Melancholie und rootsiger Abgeklärtheit verschüttetes Leben auf und hört auf das Pulsieren der eigenen Seele. Wenn also demnächst mal wieder ein bewölkter Nachmittag in einen einsamen Abend hineingleitet, empfiehlt sich diese Platte mit sanftem Nachdruck.

Philippe Amrein, Tagesanzeiger, 2. Oktober 2002




CD-Flash
More and more

Es braucht Geduld, will man die Zeit beim Entgleisen hören. Fünf Jahre haben sich «Shilf» rar gemacht, um nun mit «Me» ihr zweites Album vorzulegen. Denn was rar ist, steigt bekanntlich an Wert: «Me» ist ein suggestiver Gleitflug über die hängenden Gärten einer melancholisch-verklärten Seelenlandschaft, wo selbst Erdbeben in Zeitlupe über die Bühne gehen und der emotionale Hausrat in der glühenden Hitze zu flimmern beginnt. Brächte nicht auch eine kühle Brise urbaner Distanz etwas Erfrischung in diesem beinah romantischen Lob ländlicher Langsamkeit – die Schwermut würde sich wohl als Selbstmitleid zu einer unerträglichen Elegie zerdehnen.
Tatsächlich suchen «Shilf» im Album mit klasklaren Gitarren-Tremolos und mehrstimmigem Gesang Vater Country’s Schulter oft deutlicher als live. Doch ist es auch genau diese Transparenz, mit der Produzent Chris Eckman («The Walkabouts») aus «Me» ein grossartiges Understatement voll kleiner Geheimnisse gemacht hat. Ertrinken wir also in offenen Dur-Akkorden; lassen uns treiben durchs klare Wasser wie unter «Trainspottings» Latrinen; suchen Halt im fragilen Balanceakt von Lapsteel und E-Gitarre. Am Ende – kann diese Album je zu Ende sein? – will man exakt das, was der letzte Song verspricht: «More and more».

Alexander Marzahn, Basler Zeitung, 16. September 2002




Tröstlich

Vom Lo-Fi-Trio sind die Basler Shilf zum Sextett gewachsen. Zu sechst lässt sich noch schöner langsam verzweifeln, hat man sich gesagt und u.a. Sämi «Congaking» Schneider und Popmonster-Sängerin Nadia Leonti dazugewonnen. Auf «Me», produziert von Chris Eckman (Walkabouts), bewegt sich die Band stilsicher in jenen träg-melancholischen Gewässern, auf denen Zeitlupen-Experten wie Lampchop oder Cowboy Junkies ihre Seelenboote treiben lassen. Der Zuhörer lehnt sich schaukelnd zurück und lässt sich mit Dylan Thomas trösten – «You Shall Not Despair». Auch hier am schlappen Rheinknie also Champions League, mit Gruppenspielen in Kentucky oder Illinois.

Marcel Elsener, St. Galler Tagblatt, 15. November 2002




Langsam-Musik

Shilf aus Basel kommen spät mit ihrer verlangsamten Mixtur aus Lo-Fi, Rock und Folk – aber nicht zu spät. Das Sextett versteht es gut, diese schleichenden Athmosphären zwischen Wehmut und Glückseligkeit in Musik zu bannen. Langsam, getragen, mit schönen Melodien, sanften Aufgerautheiten, Gitarren, Orgel, Lapsteel, Banjo und der Stimme von Popmonster-Frontfrau Nadia Leonti, die haargenau passt. Produziert hat das tadellose Werk Chris Eckman von The Walkabouts. Die Musik von Shilf bewegt sich im gleichen, dunkel schimmernden Fahrwasser. Und sie ist mindestens so gut.

pb, Neue Luzerner Zeitung, 18. Oktober 2002





Zeitlose Schönheit

Nadia Leonti, Frontfrau bei Popmonster, singt jetzt bei Shilf. Ihre wunderbare Stimme passt ausgezeichnet zu den langsamen, melancholischen Folkrock-Perlen, welche die Mannen von Shilf auf ihrem zweiten Album zelebrieren. Zeitlose Musik, welche an amerikanische Bands wie Souled American oder an die Walkabouts erinnert. Eine wundervolle CD, die einem bei einem Glas Rotwein, die Traurigkeit etwas näher bringt.
Bewertung *****, ausgezeichnet

Blumento Horse, 30. August 2002




Folk, Indie
Shilf, Me

Wer noch das erste Shilf-Opus im Ohr hat, muss für ihr Zweitwerk «Me» umdenken. Vorbei sind die Zeiten des lärmigen Zeitlupen-Low-Fi-Indierocks. Die Basler Band hat sich für «Me» hin zum Sound von Bands wie den Turin Brakes, den Walkabouts, Red House Painters oder Lampchop bewegt. Auch personell wurde aufgerüstet. Neu dabei ist die Sängerin Nadia Leonti (Popmonster), Songwriter Lucas Mösch, Daniel Herzig und Sämi Schneider (Congakings, Schmalhans). Als Produzenten konnte Shilf niemand geringeren als Chris Eckman von den Walkabouts gewinnen. Der hat den elf Songs die nötige Atmosphäre verpasst. «Me» errreicht in den besten Momenten die Klasse ihrer Vorbilder und Einflüsse. (RPA)

Swiss Music Business, September 2002




Basels heimliche Grösse

Basel bringt ohne eigentliche Szene immer wieder Grössen von internationalem Format hervor. Hört, hört!
Die langsamste Band der Schweiz? Vielleicht kann man Shilf so nennen. Aber das ist unwichtig, denn die Low-fi-Truppe, die sich aus Leuten wie Sämi Schneider (Conga King) und Nadia Leonti (Popmonster) zusammensetzt, ist vor allem die gefühlvollste des Landes. Dass Walkabout-Kopf Chris Eckman die CD «Me» (Disctrade) produziert und mit nordischer Schwermut angereichert hat, passt: Shilf oszillieren in der Dämmerung des Spektrums Country/Folk/ Pop zwischen balzendem Wurlitzer und heulender Lapsteelgitarre. Zum Seufzen schön. (...)

Espace Mittelland, BZ-Kultur, Samstag, 14. September 2002




CD-Taufe im nt/areal: «Shilf» beweisen sich und ihre Musik
Wenn Kreativität gegen den Sound-Quark ankämpft

Gillian Welch, die traditionsbewusste Oberschwester der amerikanischen Country-&-Folk-Szene,ertönt aus den Boxen, als wir im nt/areal eintrudeln. Wohl kein Zufall, denn Welchs Musik strahlt genau jene Langsamkeit aus, für die «Shilf» lange Jahre berüchtigt waren. Der Saal ist gerappelt voll, als sich «Shilf» auf die Bühne stehlen. Gitarrist Lucas Mösch trägt Baseball-Käppi und steht – einem abgebrühten Trucker gleich – mit dampfender Zigarre da. Das Sextett wirkt, als hätte es sich gerade von einem tief-texanischen Barbecue losgeeist. Die Orgel beginnt zu scheppern, Nadja Leontis verlangende Stimme flüstert vor sich hin, und die Gitarren fordern ultimativ den Sonnenschein. Bereits die ersten Takte beweisen: Die Akkustik im nt/areal ist und bleibt von erbärmlicher Qualität.

Borstige Widerhaken
Da kommt das beste Mischpult nicht dagegen an. So muss man im Sound-Quark ein wenig nach den wahren «Shilf»-Tönen forschen. Wer das tut, bekommt Gutes zu hören. Die Basler verstehen es aufs Beste, zart schmelzende Klänge mit kleinen, borstigen Widerhaken zu kombinieren. Die Lapsteel wimmert leise vor sich hin, fügt sich den Rockgitarren aber stets artig unter. «Shilf» liegt nichts ferner, als Solo-Orgien zu feiern. Im vielschichtigen Sound-Korsett der Band hat alles sein Plätzchen. Man ist sich einig, ist eine dichte Einheit, an der nichts und niemand zu rütteln hat. Manchmal braucht es allerdings eine gehörige Portion Konzentration, um einzelne Instrumente präziser ausmachen zu können. Sich intensiver mit den satten Bassklängen von Philipp Gallati oder den deftigen Saitentönen von Gitarrist Sämi Schneider auseinander zu setzen, ist jedoch lohnenswert.

Ernsthafte Angelegenheit
Die Musik bezieht ihre Kraft aus einem unablässig dräuenden Rock. Live sind Einflüsse wie Rock, Country und Pop zwar spürbar, aber eher eine Grundlagenangelegenheit. Dennoch dringt durch, dass die Formation sich in der Americana-Szene auskennt und wohl sämtliche Klänge von «Wilco» und Ryan Adams gehört hat. Nicht nur die Anwesenden, sondern auch «Shilf» selbst hätten lange auf die neue Platte gewartet, nuschelt Leonti ins Mikrofon. Es bleibt eine der ganz wenigen Interaktionen mit dem Publikum. Die CD-Taufe ist eine ernsthafte Angelegenheit, selbst der Ansatz eines Lächelns hat striktes Bühnenverbot. Eine geballte Ladung Traurigkeit, die sich in den melancholischen Texten manifestiert, wo dringende Fragen wie «How Can I Leave You Again?» behandelt werden.
«Shilf» geben nur selten Konzerte, eine Tatsache, die sich nicht ganz verbergen lässt. Doch die hin und wieder auftretenden Ungenauigkeiten im Spiel sind absoluter Nebenschauplatz. Denn in dieser Freitagnacht bestätigen «Shilf», dass sie zu den kreativsten Schweizer Bands zu zählen sind.

Michael Gasser, Basler Zeitung, 2. September 2002




«Shilf» aus Basel spielen Folkrock in Zeitlupe.
Und haben ein neues Album: «Me»

Zeitlose Coolness

Seien wir doch ehrlich. Wenn man seine erste Band gründet, geht es in erster Linie darum, cool zu sein. Eine Weile lang geht das auch ganz leicht: Bei den Auftritten im Freundeskreis geniesst man es, überhaupt auf einer Bühne zu stehen und freut sich über die ungewohnte Lautstärke und den Applaus, den man für seinen fürchterlichen Krach auch noch erntet. Diese Flitterwochen verfliegen aber gar schnell. Bald beginnt man musikalische Ansprüche zu erheben, die Bühne entpuppt sich als Minenfeld, wo so gut wie alles schiefgehen kann. Wer live cool wirken will, kommt schon im Übungslokal ins Schwitzen.

Schamlos veraltet, zeitlos gut
Die Basler «Shilf» haben es trotz einer siebenjährigen Bandgeschichte dennoch geschafft, nach aussen hin cool zu bleiben, weil sie die vielen Fussangeln der Szene vermieden haben. Durch eine zurückhaltende Live-Aktivität hat das zum Sextett mutierte Trio seine seltenen Konzerten und Tonträger-Veröffentlichungen einen gewissen Event-Charakter verliehen, auch hält die Gruppe an einem musikalischen Konzept fest, das so schamlos veraltet erscheint, dass ihr Sound wiederum zeitlos, sprich cool, klingt.
Zugegeben, der Zeitlupen-Folkrock, wie ihn «Shilf» spielen, war einmals so etwas wie trendy. Anfang der Neunzigerjahre etwa, als die kanadischen «Cowboy Junkies» Lou Reeds Gitarrenriffs auf ein Schneckentempo drosselten und der US-Amerikaner Will Oldham unter wechselnden Pseudonymen federleichte Schwermut verbreitete. Als «Wilco» mit ihrem wunderbaren Album «Bein there» Slo-Mo-Americama 1996 ins öffentliche Bewusstsein rückten, war das der Anfang vom Ende des alternativen Appeal dieser Stilrichtung. Die damals aufkommende Szenenhysterie um synthetischen Schnickschnack unter dem Sammelbegriff Electronica gab ihr den Rest.

Kino für die Ohren
Die Antwort auf die Frage, warum «Shilf» solch altmodische Musik spielen, liegt auf der Hand: Weil die Band um Songwriter Lucas Mösch die schwierige Gratwanderung zwischen Perfektion und Fingerspitzengefühl beherrscht. Auf dem neuen Album «Me» dehnt die Rhythmusgruppe den Puls der schwülen Arrangements, ohne dabei aus ihrem ganz persönlichen Groove zu fallen, und die knarrigen Gitarren und spartanischen Keyboards erinnern mehr an Bian Enos schlanke Klanglandschaften als an den urbanen Prärierock der alten «Band». Und doch: Wenn «Shilf»-Sängerin Nadia Leonti ihrer reinen Stimme einen für sie ungewohnten Country-Dreh gibt, dann klingt das nicht nach Fernweh vom Rheinknie, sondern nach Auswanderer-Tristesse.
Dank der sorgfältigen Regie von Chris Eckman («The Walkabouts») vergisst man, dass hier Basler und Baslerinnen am Werk sind, und dass «Me» kein authentischer Schnappschuss des Kleinstadtlebens im Mid-Westen der USA ist, sondern Kino für die Ohren. Damit haben «Shilf» auch schon das Interesse einer Londoner Plattenfirma geweckt, hört man aus Bandkreisen, und wie man weiss, gibt es für Musiker aus der Region nichts Cooleres als den Kontakt mit England. Typisch «Shilf»: Cool bis zum Abwinken, diese Band.

Nick Joyce, Basler Zeitung, 29. August 2002




Wenn schon langsam, dann bitte richtig: Shilf verführten das Publikum am Sonntag in der Kuppel
«Cry for me, cry for this fucked up me»

Irgendwann haben sie mit Zählen aufgehört. Haben die Zeit für hinfällig erklärt, den Stundenzeiger vom Zifferblatt geschraubt und seinen grossen Bruder sinnlos kreisen lassen: Süsse Ewigkeit, kein Ton zuviel, keiner zu wenig, kein Wort ans Publikum, wieso auch, hier gibt es nichts zu kommentieren. Fast sündig ist die Langsamkeit, mit der uns Shilf ihre Null-Performance aufzwingt, fast sündig die introvertierte Melancholie, die uns wie der Ruf der Sirenen umgarnt: Kann denn Verlust so verführerisch sein? Bindet uns fest an den Baum der Erkenntnis, sonst springen wir von Bord.
Vertrödelt wird hier nichts, nein, auch Zufälle spielen in der Ewigkeit keine Rolle. Die Klanggemälde von Shilf, am Sonntag in der Kuppel, tragen zur sauberen Nuancierung grobes Gewand. Wer die Songs gleichförmig findet, verwechselt Monotonie mit Monochromie – man muss nur genau hinhören und seine Nussschale treiben lassen in diesem Meer der Assoziationen: Das Porträt wie aus einem Jarmusch-Film braucht keine üppigen Farben.
Shilf trägt das Wenige glasklar auf mit groben Gibson-Pinseln und flimmerndem Tremolo: brüchige Klangschichten aus Gitarren, Bass und Schlagzeug, manchmal schiebt die Lapsteel oder die Slide-Gitarre eine Injektion Wehmut nach: Eine Leinwand, vor der man eine Zigarette nach der anderen rauchen, ein weiteres Bier bestellen muss. Die Erfüllungssehnsucht überträgt sich nahtlos, unbewusst, unmittelbar.
Drei Gitarren, und trotzdem bleibt alles derart transparent, als könne Überfluss ein Produkt der Askese sein. Aber wenn schon Enthaltsamkeit, dann eine, die das Leben ausserhalb der Mauern gierig verschlungen hat: Reduziert aufs Maximum, ein entwaffnendes Understatement, das ist Shilf, dieses kühle Basler Sextett, das selten so gut war wie gerade jetzt, selten so verloren auf der Bühne stand, nur mit sich selbst beschäftigt und mit dem Instrument: «Cry for me, cry for this fucked up me», haucht eine Stimme, die Nadia Leonti gehört, aber eigentlich namenlos zwischen den spärlichen Riffs zu schweben scheint, mit einem «serious smile» und wundertraurigen Texten. Wie viele Songs sie wohl gespielt haben? Irgendwann haben wir mit Zählen aufgehört.

Alexander Marzahn, Basler Zeitung, 5. Februar 2002




Shilf, Ego-N und Guz
Kontraste...

Es war ein regelrechtes Kontrastprogramm, das dem Publikum am vergangenen Freitagabend in der Kaserne geboten wurde. Unter der Rubrik «schweizlastig» spielten Shilf und Ego-N aus Basel und Guz aus Schaffhausen.
Ein geradezu sensationellen Einstand feierten Shilf. Das Sextett, das den Abend eröffnete, vermittelte mit seinem alternativen Country-Folk-Rock amerikanischer Prägung enorm viel Ruhe. Das wunderbare Songwriting wurde in den gemächlichen Nummern von der sanften, bisweilen kindlich und zerbrechlich anmutenden Stimme von Nadia Leonti optimal umgesetzt. Die Arrangements ihrerseits waren von einer subtilen Kargheit geprägt. Drei Gitarren füllten den Raum mit warmen Sounds, der Bass schritt in stoischer Ruhe voran, der Schlagzeuger trieb sein konstruktiv reduziertes Spiel unauffällig zur Perfektion. Shilf sind ein ganz grosses Versprechen für die Zukunft, das stand nach diesem Konzert fest!

Marko Lehtinen, Basler Zeitung, 2. Mai 2000




Shilf veröffentlichen «Star»
Die vollkommene Wohltat

Shilf sind Graf, Chiesa und Gallati. Sie kommen aus Basel und auf ihren Verstärkern steht kein Red Bull sondern Rotwein. Vorzugsweise Barolo, Brunello oder Bordeaux. «Rotwein macht so schön langsam», meint Philip dazu. «Uns geht es um die Freude, die durch die Langsamkeit entsteht; die Freude, die es braucht, um sich die Zeit zu nehmen, die guten Sachen zu entdecken und zu geniessen». Shilf haben die Ruhe, und die guten Sachen reihen sich auf ihrer CD «Star» ohne Unterbruch aneinander. Zuerst wurde eine Auswahl getroffen, dann daraus das Extrakt gefiltert. Und was Shilf dann damit tun, das ist so massiv wie ein «Knüppel aus dem Sack». Im Vergleich zum überstürzten Gemetzel einiger Nachwuchsbands ist das die vollkommene Wohltat. Hier sind die Klänge präzis adressiert und ihr Sound kommt wuchtig wie aus Lou Reeds Wohnwandverstärker. Vorsicht: Ein einziges Shilf-Tremolo und man gerät in fiebrige Erwartung.

Roland Strobel, Toaster, 1. Mai 1997